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Ebano_Zaragoza
Ebano und meine Reise nach Zaragoza
(meine erste Auslandsrettung)
Ich konnte mich leider nicht kürzer fassen ;o)
Ich wollte so gut wie möglich Gedanken und allles Weitere vermitteln.
Alles fing damit an, dass mich ein guter Freund bat einen Hund für ihn zu suchen... Nun gut dachte ich mir, dafür bin ich ja da und begab mich auf die Suche... Es gab einige Kandidaten, die in Frage kamen... merkwürdiger Weise hatte ich bei einem bestimmten schon beim Blick auf das erste Bild das Gefühl... das ist er und kein anderer.
Mir war sofort klar, dass es das potenzielle Herrchen auch so sehen würde und so war es auch. Es war Ebano... also setzte ich mich am 13.10.2009 mit Isabel aus Spanien in Verbindung. Da sich die Kommunikation ein wenig schwierig erwies (ich kann kein Spanisch und Isabel auch nur mäßig Englisch) schaltete sich Maria ein... und so begann der Mailkontakt...
Ich erfuhr, dass Isabel Ebano aus einer Tötungsstation frei gekauft hatte und sich seither seiner annahm... Leider hat sich keine Pflegestelle für ihn gefunden, nicht einmal jemand, der Isabel bei den Kastrationskosten oder sonstigem Hilfe bot. Isabel selbst ist zur Zeit arbeitslos und trotzdem hat sie keinen Aufwand und keine Mühen gescheut Ebano zu helfen... sie nahm alles allein auf sich, was ich ihr sehr hoch anrechne. Letztendlich musste Ebano in einer Hundepension einziehen, die natürlich sehr teuer ist aber auch das nahm Isabel auf sich.
Ursprünglich sollte Ebano nur innerhalb Spanien vermittelt werden, weil er Isabel so sehr ans Herz gewachsen ist, doch als sich nach 3 Monaten immer noch keiner für Ebano interessierte, wurde ein Hilferuf über Sonny4animals verteilt, über welchen ich Ebano auch fand.
Es war Isabel besonders wichtig zu wissen wohin Ebano vermittelt wird, deshalb sollte er in Zaragoza abgeholt werden... das war erst mal ein kleiner Schock... es ist ja nun nicht grade um die Ecke und ich habe hier ja noch die ganzen Katzen und meinen Hund... wie sollte ich das schaffen ? Aber gut, für das neue Herrchen stand fest -der ist es- und auch ich war überzeugt, dass die beiden einfach zusammen gehören... demnach war klar, wir fahren... Also fing die Organisation an... unzählige Mails, Unterbringung und Versorgung der Tiere die bei mir sind, Spenden für Spanien sammeln, Zimmerbuchung und so weiter... zum Glück hatte ich schon Urlaub für die Woche beantragt in der ich Geburtstag hatte...
Am 18.11.09 war es dann endlich so weit... 18 Uhr ging die Reise los... 15 Stunden Autofahrt vor uns... oh je... Anfangs lief alles ganz gut... bis Lyon... da dachte das Navi, es wäre schön uns die Stadt zu zeigen *g* also gab es eine Stadtrundfahrt... sonst lief alles bestens... Um 11 sind wir dann in Zaragoza angekommen... erst mal was essen und danach Kassensturz... wir hatten vorsichtshalber schon sehr großzügig gerechnet... was wir aber nicht berücksichtigten, dass die Mautkosten enorm sein würden... Da ich fast die selbe Strecke vor 2 Jahren schon mal fuhr, wusste ich in etwa was auf uns zu kommt... allerdings gab es da die Maut in Spanien noch nicht so, wie es heute ist... Schock... uns fehlen 200€ - entweder für Ebano oder um wieder Heim zu kommen *hiiiilfe*
So kaputt wie wir von der Fahrt waren, würde uns e keine Lösung einfallen, also erst mal schlafen. Nach viel zu kurzen 3 Stunden hieß es dann frisch machen und das erste Treffen mit Maria stand an... ich war soooo gespannt, wen ich da nun kennen lernen werde... Wir verstanden uns auf Anhieb super... war ja auch nicht anders zu erwarten, wir hatten ja schon seit 6 Wochen täglich Mailkontakt (Maria ist eine ganz tolle Frau, die sich unglaublich für die Rettung von Ebano aufgeopfert hat... unzählige Mails, Übersetzungen der Texte für Isabel, die Buchung für das Zimmer, der erste persönliche Kontakt zum neuen Herrchen und mir bishin zur Begleitung in die Residenz)... auf dem Weg in eine kleine Bar beichtete ich Maria die Sache mit dem Geld...
Was nun ? Hin und her telefoniert... nix... mein Konto bis zum letzten ausgeschöpft... das des neuen Herrchens ebenso... was tun ? Die letzte Möglichkeit... ich ging zur Bank in der Hoffnung, dass mir Geld ausgezahlt wird... die Chancen standen nicht schlecht, da der Buchungsweg aus dem Ausland ja doch etwas länger dauert... und so war es auch... ich gebe zu, etwas unkonventionell, aber es war ja für den guten Zweck... also Aufatmen... den fehlenden Betrag habe ich bekommen :o) nun wird mein Geburtstagsgeld und vorgestrecktes Weihnachtsgeld zum Kontenausgleich her halten müssen, doch ich denke mir mit der ganzen Aktion e das schönste Geschenk für beide Anlässe gegönnt zu haben!
Gegen 21 Uhr wieder im Hotel angekommen, fielen wir total fertig in die Betten und sahen noch ein wenig fern... wir konnten kaum schlafen, weil wir so gespannt auf den nächsten Tag und die erste Begegnung mit Ebano waren. Am nächsten Morgen konnten wir vor Spannung nicht mal was essen... um 10:45 Uhr hat Maria uns dann endlich vom Hotel abgeholt und es ging los in die „Residenz“ die Ebano zur Betreuung aufgenommen hatte.
Ich wies das neue Herrchen noch einmal eingehen darauf hin, dass er nicht zu viel von Ebano erwarten solle... aus dem Mailkontakt wusste ich ja schon, dass Ebano ein sehr zurückhaltender und eher misstrauischer Genosse war... ich wollte Enttäuschungen vermeiden.
Angekommen bei der Residenz war die Spannung kaum noch zu zügeln... endlich dürfen wir ihn kennen lernen...
Ich war überrascht, eine solch schöne Unterbringung vor zu finden... ein wenig abgelegen vom Dorf ein schönes Häuschen rechts, mit den eigenen Hunden der Betreiberin und links die Anlage in der die Pflegehunde untergebracht waren... Jeder hatte ein „eigenes Zimmer“ mit einem kleinen Auslauf... es war alles sehr sauber und auch außen war alles sehr schön zurecht gemacht... ein kleiner Steingarten mit Pflanzen... ganz anders, wie ich es erwartet hätte... aber gut, es ist ja auch kein Tierheim sondern eben eine Pension für Hunde, deren Besitzer in den Urlaub fahren oder ähnliches.
Wir liefen durch einen Gang... links und rechts die einzelnen Zwinger und ganz am Ende stand eine Tür zum Außengelände offen wo sich 3 große Ausläufe befanden... und da stand er... mitten im Auslauf und schaute uns an... Wie vorher besprochen blieben Maria, Isabel und ich im Hintergrund stehen, sodass Ebano uns nicht sehen konnte, damit er sich ganz auf sein neues Herrchen konzentrieren konnte... Marko lief langsam auf Ebano zu und es passierte, was keiner von uns je gedacht hätte... Ebano machte einen spielerischen Satz an den Zaun und kam direkt davor die Schnauze auf dem Boden zwischen den Vorderpfoten, den Hintern in die Luft gestreckt zum Stehen und wedelte mit dem Stummelschwänzchen wie ein wilder... wir dachten wir sehen nicht richtig... das war der misstrauische Ebano ? Alle sahen sich nur glücklich-fragend an...
Das lief ja schon mal gut... also ging Marko zu ihm in den Auslauf... hier zwar noch etwas ausweichend und schüchtern lernten die beiden sich langsam kennen... nun war es an der Zeit ihm das Halsband um zu legen... es war herrlich... Ebano nervös, was er versuchte mit Spielaufforderungen zu vertuschen... Marko war sogar so nervös, dass er jegliche Vertuschung direkt unterlies... es war e klar, dass wir es merken würden... so ging das „Fang den Hund“ eine halbe Stunde hin und her... der arme Marko war schon ganz verzweifelt und wir Mädels hatten unseren Spaß :D Als Marko endlich schaffte seine Nervosität abzulegen und wieder zu seiner gewohnten Souveränität zurück fand ging alles ganz problemlos und schnell... Ebano war an der Leine und der Spaziergang konnte los gehen...
Anfangs war Ebano noch sehr auf Isabel fixiert, was sich aber innerhalb der ersten halben Stunde so gab, dass es Isabel sichtlich weh tat... sie aber auch gleichzeitig überglücklich war, dass Ebano und Marko sich so gut verstehen... Wir liefen ca. eine Stunde, bis wir wieder zurück an der Residenz waren... nun wurde es ernst... die Formalitäten wurden erledigt und ich packte in der Zwischenzeit noch das Auto um, da wir ja auch noch Luca mitnehmen würden... Luca ist eine kleine süße Hündin, die über einen anderen TS-Verein schon ein Frauchen in Karlsruhe gefunden hatte... wir wurden gebeten sie mit zu nehmen und da es auf dem Weg lag machten wir das natürlich auch...
Nun war die Zeit gekommen... 14 Uhr waren unser Gepäck und die beiden Hunde sicher verstaut und die Heimreise konnte beginnen...
Es lief alle super... bis... nun ratet mal... riiiichtig... Lyon :o) diesmal schickte uns das Navi 3 x im Kreis... dann ein paar Straßen durch Lyon bis zu einer Stelle, bei der wir dann wieder 3 x im Kreis fahren „durften“... es war zum Haare raufen... wie kommen wir hier wieder raus ? Alle Abfahrten Richtung Paris gesperrt und wir keine Ahnung wo lang... na ja, irgendwann klappte es dann doch noch und es ging weiter... bis zur Tankstelle... hm... wie wird hier getankt ??? Es dauerte und dauerte, bis ich einen anderen Tanker fragte, zum Glück konnte er Englisch, was wir tun müssen um hier Sprit zu bekommen... die Lösung war einfach... erst zahlen, dann tanken *g* Der weitere Weg lief gut... kurz vor 3 Uhr waren wir am Rasthof Baden-Baden und konnten die kleine Luca der neuen Besitzerin übergeben, die sie überglücklich in Empfang nahm.
Nun haben wir es fast geschafft... 3 Stunden noch, dann sind wir in Fulda... bei mir zu Hause... Hier angekommen schliefen wir erst ein wenig, dann fuhr Marko gegen Mittag mit Ebano nach Hause, wo beide von allen Familienmitgliedern freudig erwartet und begrüßt wurden.

Marko, Ebano und ich
(ein Foto von Isabel... beim ersten Spaziergang)
Das war nun die Geschichte von meiner ersten „Auslandsaktion“... auf die ich ehrlichgesagt mächtig stolz bin... die griechischen Streuner hat ja Karina immer selbst geholt und wir haben uns dann in der Hälfte der Strecke nach Füssen getroffen, damit ich die Hunde dort übernehmen konnte...
Diesmal habe ich alles, von der Suche bis hin zur Reise und Vermittlung allein erledigt... ich konnte den Stress, den es mit sich bringt bisher nur erahnen... nun weiß ich, was es wirklich heißt... hierfür ziehe ich vor Karina und natürlich auch Julian mächtig den Hut (und allen anderen Tierschützern, die Selbes tun), dass die beiden alles über viele Jahre mehrmals im Jahr bewältigen.
Nun noch ein paar kleine Dankesworte... Ich muss mich bei einigen Leuten bedanken, ohne die alles gar nicht möglich gewesen wäre...
- Isabel,
ohne die Ebano nicht mehr da wäre... und Maria für ihre aufopfernde Hilfe
- Marko,
der sich bereit erklärt hat überhaupt nach Spanien zu fahren um Ebano zu
sich zu holen.
- Timo
und meiner Nachbarin... Timo hat meinen Hund für diese Zeit zu sich
genommen und meine Nachbarin hat sich um die Katzenmeute gekümmert.
- Meinen
Eltern, die mir den Vorschuss gewährt haben, ohne den die Finanzierung
nicht möglich gewesen wäre.
DANKE
